FAQ

  • Warum ist die Jagd überhaupt notwendig?

    Warum ist die Jagd überhaupt notwendig?

    Jagd ist eine Form der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen und somit an sich bereits legitim, ebenso wie die Land- oder Forstwirtschaft.

     

    Darüber hinaus gilt auch die Jagd nach internationalen Konventionen (Rio, 1992; Amman, 2000) als eine Form des Naturschutzes.

     

    Jagd ist zudem für unsere Gesellschaft notwendig, denn zu hohe Wildbestände verursachen wirtschaftliche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft, die volkswirtschaftlich nicht akzeptiert sind. Leben viele Tiere einer Art auf engstem Raum, können sich zudem Krankheitserreger (z.B. Tollwut, Klassische Schweinepest und Afrikanische Schweinepest) leichter verbreiten. Die Gefahr von Seuchenzügen nimmt zu, was ebenfalls gesellschaftlich und volkswirtschaftlich nicht erwünscht ist.

     

    Aktuell verlangt beispielsweise die Gefahr der weiteren Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest eine intensive Bejagung der Wildschweinbestände.

     

    Auch die Forstwirtschaft verlangt ganz aktuell eine intensive Bejagung der Wildtierbestände, damit Forstkulturen unbeschadet aufwachsen können.

     

    Auch aus Naturschutzgründen ist die Jagd erforderlich. So werden seltene Arten wie Bodenbrüter, z.B. Brachvogel, Kiebitz, Feldlerche, durch die Jagd auf deren Fressfeinde aktiv geschützt.

     

    Invasive Arten, dazu zählen z. B. Nutria und Waschbär, stehen nach EU-Recht auf der Liste unerwünschter Arten. Sie sollen besonders scharf bejagt werden.

  • Wie anspruchsvoll ist eigentlich die Jagd?

    Wie anspruchsvoll ist eigentlich die Jagd?

    Jagd umfasst viele Tätigkeiten und verlangt jenen, die sie ausüben, also den Jägerinnen und Jägern, einiges ab. Neben viel Arbeit und Zeit investieren sie auch viel Geld für biotopverbessernde Maßnahmen in den Revieren. Von ihnen werden viele Kenntnisse und praktische Fertigkeiten erwartet. Das wird in einer staatlichen Prüfung (Jägerprüfung) auch kontrolliert. Wildtierkunde, Jagdrecht, Naturschutzpraxis und Naturschutzrecht, Land- und Waldbau, Jagdethik, Brauchtum, Wildkrankheiten, Wildbrethygiene, Waffenkunde und Waffenhandhabung sind wichtige Lern- und Prüfungsinhalte. Hinzu kommen praktische Fertigkeiten bei Revierarbeiten und natürlich der Waffenhandhabung sowie das treffsichere Schießen. 

  • Werden durch die Jagd in Deutschland bedrohte Arten gefährdet?

    Werden durch die Jagd in Deutschland bedrohte Arten gefährdet?

    Nein. Seit Inkrafttreten des Bundesjagdgesetzes ist in Deutschland keine Tierart, die dem Jagdrecht unterliegt, ausgestorben. Denn Jäger und Förster haben den Begriff „Nachhaltigkeit“ schon vor 300 Jahren entwickelt: Es werden nur so viele Tiere oder Bäume entnommen, wie langfristig nachkommen. Verschiedene wissenschaftliche Monitoringprogramme, die die Jäger durchführen oder begleiten, leisten hier heute wichtige anerkannte Unterstützung.

     

    Beispielsweise Seeadler, Fischotter oder Seehund, Auer- und Birkhühner, Luchs, Greifvögel, Großtrappen etc. unterliegen dem Jagdrecht, sind aber ganzjährig geschützt und werden eben nicht bejagt. Aber: Da sie dem Jagdrecht unterliegen, gibt es eine gesetzliche Hegepflicht für Jäger. Aus diesem Grund wenden Jäger auch finanzielle Mittel für den Erhalt streng geschützter Arten auf, die auch zahlreichen Arten zu Gute kommen, die gar nicht dem Jagdrecht unterliegen.

     

    Wildarten wie Feldhasen, die regional in ganz unterschiedlich hohen Beständen vorkommen, werden zweimal pro Jahr (im Frühjahr und im Herbst) mit wissenschaftlichen Methoden gezählt. Bejagt wird der Feldhase nur dort, wo sein Bestand auch langfristig gesichert ist.

  • Jagd und Wilderei, wo ist da der Unterschied?

    Jagd und Wilderei, wo ist da der Unterschied?

    National gibt es eine exakte Trennlinie zwischen Jagd und Jagdwilderei:

     

    Jagd ist die rechtlich befugte Jagdausübung, die § 1 des Bundesjagdgesetzes wie folgt definiert: „Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, (Wild) zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen. Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden.“ Dem gegenüber steht die Straftat der Jagdwilderei, bei der eine oder alle der vorgenannten Tätigkeiten unbefugt durchgeführt werden, also fremdes Jagdrecht verletzt wird.

     

    Im internationalen Sprachgebrauch ist diese Trennlinie nicht so sauber. So wird in englischen Texten auch schon mal von „hunting“ gesprochen, wenn Jagdwilderei gemeint ist. Das ist bedauerlich.

  • Muss man Füchse überhaupt bejagen?

    Muss man Füchse überhaupt bejagen?

    Ja. Fuchspopulationen regulieren sich in der modernen Kulturlandschaft nicht mehr selbst. Der Fuchs ist ein anpassungsfähiger Kulturfolger – ebenso wie Steinmarder, Waschbär oder Marderhund – und hat sich menschliche Nahrungsquellen im Siedlungsbereich erschlossen (Abfälle, Kompost, Katzenfutter), sodass er auch dann in hohen Populationen überleben kann, wenn seine Beutetiere abnehmen. Der frühere Regulationsmechanismus der Tollwut ist durch erfolgreiche Impfung ebenfalls weggefallen.

     

    Wenn räuberische Arten wie der Fuchs in unnatürlich hohen Beständen vorkommen, können sie – in Verbindung mit abnehmender Lebensraumqualität für die Beutetiere – Boden brütende Vögel an den Rand des Aussterbens bringen. Die Deutsche Ornithologen-Gesellschaft und der Dachverband Deutscher Avifaunisten haben dies 2011 in einem Positionspapier zur aktuellen Bestandssituation der Vögel der Agrarlandschaft bekräftigt.

  • Was bewegt Jäger zur Jagd?

    Was bewegt Jäger zur Jagd?

    Die Motive, die anspruchsvolle Jägerprüfung abzulegen, sind sehr unterschiedlich. Sie werden regelmäßig vom Deutschen Jagdverband abgefragt und veröffentlicht:

    https://www.jagdverband.de/warum-jaeger-jagen-gehen

    https://www.jagdverband.de/zahlen-fakten/zahlen-zu-jagd-und-jaegern

  • Warum bezeichnen Jäger die Jagd als Passion oder Lebenseinstellung?

    Warum bezeichnen Jäger die Jagd als Passion oder Lebenseinstellung?

    Jägerinnen und Jäger betrachten ihr Tun keineswegs als Hobby, sondern als Passion oder Lebenseinstellung, verbunden mit viel Verantwortung für Gesellschaft, Natur und Tierwohl. Ein Hobby kann man beenden, wenn man keine Lust mehr dazu hat. Bei der Jagd ist es nicht möglich, die übernommene Verantwortung unmittelbar abzugeben. Die Jagd steht somit auf einer Ebene mit anderen ehrenamtlichen Tätigkeiten, die Menschen für die Gesellschaft erbringen, beispielsweise freiwillige Feuerwehren oder Sanitätsdienste.

     

    Ohne die ehrenamtliche Tätigkeit der rund 400.000 Jäger in Deutschland (Stand Jagdjahr 2019/2020) wären die gesellschaftlich notwendigen Aufgaben der Jagd nicht zu erfüllen. Dies gilt nicht nur für die Hegemaßnahmen, die auch zahlreichen Arten zu Gute kommen, die gar nicht dem Jagdrecht unterliegen. Ganz abgesehen von der Seuchenprävention und Verhinderung übermäßiger Wildschäden. Allein der zur Wildschadensverhütung notwendige Abschuss von Rehen und Hirschen durch staatliche Berufsjäger würde den Steuerzahler mehrere hundert Millionen Euro jährlich kosten.

  • Ist Jagd etwas Exklusives für reiche Männer?

    Ist Jagd etwas Exklusives für reiche Männer?

    Nein, das sind gleich zwei Vorurteile. Das erste Vorurteil kann mit einer DJV-Umfrage aus dem Jahr 2017 widerlegt werden. Vom Elektrotechniker über den Bürokaufmann bis hin zum Arzt sitzen nahezu alle Berufsgruppen in den Vorbereitungskursen für die Jägerprüfung. Die größte Gruppe stellen Dienstleistungsberufe mit 17 Prozent dar, darunter Erzieher, Friseure, Krankenschwestern oder Lehrer. Schüler und Studenten (14 Prozent) sowie Selbstständige (11 Prozent), Bürokräfte (11 Prozent) und Handwerker (11 Prozent) sind ebenfalls stark vertreten bei den Jagdscheinanwärtern. Aber auch Techniker, Anlagen- und Maschinenführer, Landwirte, Beamte und Wissenschaftler wollen Jäger werden. Jägerkurse sind im Preis ähnlich wie die Vorbereitungskurse auf den Führerschein: Rund 1.500 Euro haben die Umfrageteilnehmer im Schnitt bezahlt.

     

    Der Anteil der Jägerinnen in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten stetig angestiegen. Vor 30 Jahren waren nur ein Prozent der Jagdscheininhaber Frauen. Derzeit sind es schon zehn Prozent. In den vom DJV befragten Jägerkursen lag ihr Anteil bereits bei über 24 Prozent.

  • Was versteht man eigentlich unter Waidgerechtigkeit?

    Was versteht man eigentlich unter Waidgerechtigkeit?

    Ursprünglich verstand man unter dem Begriff „waidgerecht“ die handwerklich fachgerecht ausgeübte Jagd.

     

    Heute umschließt die Waidgerechtigkeit drei Aspekte: Der Tierschutzaspekt betrifft die Einstellung des Jägers, dem Tier vermeidbare Schmerzen zu ersparen. Der Umweltaspekt fordert vom Jäger die Einbeziehung der gesamten Umwelt in sein Denken und Handeln. Der mitmenschliche Aspekt betrifft das anständige Verhalten gegenüber anderen Jägern und der nichtjagenden Bevölkerung.

     

    Für die Jäger ist die Waidgerechtigkeit oberstes Gebot, das auch im Jagdgesetz seinen Niederschlag findet. Wer dagegen verstößt, hat den Sinn der Jagd nicht verstanden und muss mit strengen Strafen rechnen. Das kann bis zum Entzug des Jagdscheines führen.

  • Sind Jagdtrophäen noch zeitgemäß und ethisch vertretbar?

    Sind Jagdtrophäen noch zeitgemäß und ethisch vertretbar?

    Ja. Das Wort Trophäe stammt aus dem Griechischen (tropaion = Siegeszeichen/Auszeichnung). In diesem Sinne sind Trophäen heute noch im Sport weit verbreitet und äußerst begehrt.

     

    Bei der Jagd erfüllen Trophäen zahlreiche Funktionen:

     

    Sie sind Leistungsnachweis der Jäger i. S. von Vollzugsnachweis/Kontrollmöglichkeit einer bestimmten gewünschten Bejagungsintensität.Auch in Deutschland besteht daher aus guten Gründen für viele Wildarten sogar die gesetzliche (!) Pflicht zum Vorzeigen von Trophäen (= Hegeschauen, früher Pflichttrophäenschauen genannt).

     

    Für die einzelnen Erleger selbst bedeutet die Trophäe in erster Linie ein Erinnerungsstück an das jagdliche Erlebnis.

     

    Tatsächlich handelt es sich bei Trophäen regelmäßig um nicht als Nahrungsmittel nutzbare Körperteile des erlegten Tieres (z. B. Stirnwaffen, Geweihe, Gehörne, bestimmte Haare, Federn, Zähne u.v. m.) Ferner wird gerade auch mit dem Aufbewahren dieser Trophäen der Respekt des Jägers gegenüber dem Tier als Mitgeschöpf ausgedrückt. Eine Haltung, der nichts Verwerfliches anhaftet.

     

    (Deutlich weniger Respekt gegenüber dem Tier zeigen jene, die diese Trophäen einfach in die Mülltonne werfen.)

     

    Im vorgenannten Sinn ist sicher nichts dagegen einzuwenden, wenn Jäger die Trophäen ihrer Jagd an sich nehmen und behalten.

     

    Auch wissenschaftlich haben Trophäen einen nicht zu unterschätzenden Wert. Von ihnen können Aussagen über Lebensräume hergeleitet werden. Auch als Genbank sind Trophäen bestens geeignet (siehe dazu 

    https://www.rwj-online.de/rwj/archiv/forschungsstelle/landeshegeschauen-im-wandel-der-zeit_6_2750.html ).

  • Was ist Trophäenjagd und wie ist sie zu bewerten?

    Was ist Trophäenjagd und wie ist sie zu bewerten?

    Der Begriff Trophäenjagd ist (im deutschen Sprachraum) nicht fest definiert. Gemeint ist damit die Jagd zum vornehmlichen Zweck des Erbeutens von Trophäen und die Ausrichtung des jagdlichen und hegerischen Handelns an der Trophäenentwicklung. Diese Haltung ist für viele Wildarten zwischenzeitlich überholt und national sowie international durch eine starke Ausrichtung an populationsdynamischen Maßstäben abgelöst.

     

    Trotzdem behalten Trophäen natürlich ihren Wert (siehe vorausgehende Frage) und sind wichtige Weiser für die Lebensräume (https://www.rwj-online.de/rwj/archiv/forschungsstelle/landeshegeschauen-im-wandel-der-zeit_6_2750.html).

     

    Von Jagdgegnern wird Trophäenjagd gezielt sinnentstellend und despektierlich gebraucht.

     

    Im internationalen Sprachgebrauch wird der Begriff „Trophäenjagd“ ( = trophy hunting) sehr wertneutral und standardmäßig verwendet, was nach Übersetzung ins Deutsche zu Problemen und den Interpretationsmöglichkeiten durch Jagdgegnern führt.

     

    In der Praxis ist es natürlich so, dass bei kontrollierter Jagd auch immer das verwertbare Fleisch des Wildes mit anfällt und verwertet wird.

     

    In einigen anderen Fällen ist die Jagd aus anderen Gründen (z.B. international ratifizierte Abschusskontingente für indigene Völker und Inuit, Schutz seltener Arten vor zu vielen Beutegreifern u. a.) möglich, auch wenn die Tierart nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist. In diesen Fällen bilden die Trophäen sogar die einzige Möglichkeit einer konsumtiven Nutzung.

  • Worin unterscheiden sich die Begriffe Jagdreise und Trophäenjagd?

    Worin unterscheiden sich die Begriffe Jagdreise und Trophäenjagd?

    Der Begriff Trophäenjagd ist nicht fest definiert. Gemeint ist damit die Jagd zum vornehmlichen Zweck des Erbeutens von Trophäen und die Ausrichtung des jagdlichen und hegerischen Handelns an der Trophäenentwicklung. Diese Haltung ist heute überholt und wird längst durch eine moderne Jagd im Sinne eines umfassenden und nachhaltigen Wildtiermanagements ersetzt. Allerdings wird der Begriff „Trophäenjagd = trophy hunting) im internationalen Sprachgebrauch weiterhin (allerdings sehr wertneutral) standardmäßig verwendet.

     

    Jagdreisen sind weit verbreitet und absolut legitim. Wer einen Jagdfreund an einem anderen Ort besuche, um dort zu jagen, unternimmt streng genommen schon eine Jagdreise.

     

    Die Begriffe Jagdreisen und Trophäenjagd synonym zu verwenden, entspricht der Intention von Jagdgegnern, ist aber nicht redlich. Trophäen fallen bei der Jagd auf fast alle Wildarten an, auch in heimischen Revieren.

  • Jagd und Wilderei, wo ist da der Unterschied?

    Jagd und Wilderei, wo ist da der Unterschied?

    National gibt es eine exakte Trennlinie zwischen Jagd und Jagdwilderei:

     

    Jagd ist die rechtlich befugte Jagdausübung, die § 1 des Bundesjagdgesetzes wie folgt definiert: „Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis, auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, (Wild) zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen. Mit dem Jagdrecht ist die Pflicht zur Hege verbunden.“ Dem gegenüber steht die Straftat der Jagdwilderei, bei der eine oder alle der vorgenannten Tätigkeiten unbefugt durchgeführt werden, also fremdes Jagdrecht verletzt wird.

     

    Im internationalen Sprachgebrauch ist diese Trennlinie nicht so sauber. So wird in englischen Texten auch schon mal von „hunting“ gesprochen, wenn Jagdwilderei gemeint ist. Das ist bedauerlich.

     

    Gut zu wissen: Bei allen Jagdreiseangeboten auf der JAGD & HUND handelt es sich natürlich um legale, legitime und nachhaltig durchgeführte Jagden.